Eigentlich war der Plan ein anderer. Wir wollten es uns gemütlich machen, im Garten sitzen, Tee trinken, Kekse essen – und endlich konzentriert an unserer Internetseite arbeiten. Laptop auf, Sonne im Gesicht, alles gut vorbereitet.
Und dann kam das Unwetter. Regen. Wind. Chaos. Zu viele Laptops, zu wenig trockene Wege ins Haus.
Also haben wir improvisiert: ab in den Gartenschuppen, die Wäsche vom Ständer gerettet, Laptops dazwischen balanciert – gearbeitet im Stehen, zwischen Wäscheständer, Teekanne und Gartengerümpel.
Nicht schön. Nicht geplant. Aber erstaunlich effektiv.
Flow entsteht selten unter Idealbedingungen
Was uns überrascht hat: Wir waren plötzlich im Flow. Der Ort war egal. Das Wetter auch. Sogar die Haltung im Stehen spielte keine Rolle mehr.
Wenn sich der Fokus verschiebt – weg von „So sollte es sein“ – hin zu „So ist es gerade“ dann wird Energie frei.
Systemisch betrachtet: Anpassung schlägt Kontrolle
In der systemischen Arbeit wissen wir: Veränderung gelingt selten durch starres Festhalten an Plänen. Sie entsteht durch Anpassungsfähigkeit, durch Reagieren auf das, was sich zeigt.
An diesem Nachmittag war nicht das Unwetter das Problem.Das Problem wäre gewesen, am ursprünglichen Ideal festzuhalten. Stattdessen haben wir uns bewegt. Im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.
Fortschritt fühlt sich im Alltag selten geschniegelt an. Er riecht manchmal nach feuchter Wäsche, klingt nach Regen auf dem Schuppendach und passiert mitten im Chaos. Aber er passiert.
Und vielleicht ist genau das eine wichtige Erinnerung: Wir müssen nicht warten, bis die Bedingungen perfekt sind. Oft reicht es, weiterzugehen – ein bisschen anders als geplant.