Wie ich zum Systemischen kam – Ein persönlicher Rückblick
Es war kein großer Plan. Eher ein Impuls, der sich leise und nachhaltig in mein Leben geschlichen hat.
Eine Freundin erzählte mir damals begeistert von ihrer systemischen Ausbildung. Ihre Sprache hatte sich verändert – sie sprach über Haltungen, über das Nicht-Wissen, über echtes Zuhören. Ich war interessiert, aber noch nicht wirklich drin.
Dann kam dieses eine Wochenende am Odenwald-Institut. Pia, Guy und ich waren mit unserer Band eingeladen, dort zu spielen. Wir durften am Workshop teilnehmen, waren Teil der Gruppe – musikalisch und menschlich.
Und ich merkte schnell: Hier wird anders miteinander umgegangen. Da war eine Offenheit, eine Zugewandtheit, die ich so nicht kannte. Nicht wertend, nicht besserwisserisch – sondern neugierig, freundlich, wach.
Ich wusste sofort: Das möchte ich verstehen. Das möchte ich lernen. Also begann ich die zweijährige Ausbildung am Odenwald-Institut und ließ mich später bei der DGSF zertifizieren. Danach folgte das dritte Jahr zur systemischen Therapeutin am Helm-Stierlin-Institut in Heidelberg.
Heute begleitet mich das Systemische in vielen Bereichen: In meiner Arbeit als Ärztin und Therapeutin, in unserer Praxis, in der Beratung, in der Musik – und im Alltag.
Es ist kein Werkzeugkasten. Es ist vielmehr eine innere Haltung:
Fragen statt vorschneller Antworten. Beziehungen statt Diagnosen.Neugier statt Bewertung.
Und der Weg hat sich gelohnt.