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Unangenehme Gefühle

Mein Sonntagmorgen mit dem Verunsicherungsbuch
13. Februar 2026 durch
Unangenehme Gefühle
zusammenbesser.team, Friederike Rose-Simonow
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Eine Katze auf dem Bett

Sonntagmorgen und das Verunsicherungsbuch "Warum das Gute auch schlecht ist" von Klaus Eidenschink liegt aufgeschlagen neben der Katze. Eine Zeit ohne Zweck und ein Gedanke, der hängen bleibt. 

Gefühle sind keine Fehlfunktionen

Wir haben gelernt, angenehme Gefühle zu pflegen und unangenehme möglichst schnell loszuwerden: Was stört, soll verschwinden. Der Psychotherapeut Klaus Eidenschink stellt genau das infrage. Unangenehme Gefühle sind für ihn keine Fehlfunktionen, sondern unersetzliche Signale zur Orientierung. Sie zeigen an, wie wir innerlich Wirklichkeit verarbeiten und warum wir im Außen immer wieder in ähnliche Schwierigkeiten geraten. Gefühle sind weniger Reaktionen auf das, was gerade passiert, sondern Antworten auf unsere eigenen Erwartungsmuster. Auf alte innere Landkarten, die noch immer aktiv sind.

In der Therapie Gefühle „wegzumachen“ heißt dann, eine Abkürzung zu nehmen und dabei den tieferen Grund zu verpassen. Denn mit jedem Gefühl ist ein Bedürfnis verbunden. Wird das Gefühl übergangen, bleibt auch das Bedürfnis unsichtbar. So können gerade die unangenehmen Gefühle wertvoll werden. Nicht als Last, sondern als Einladung. Als Hinweis auf Bedürfnisse, die wir vergessen haben oder irgendwann für zu gefährlich hielten.

Verstehen beginnt genau hier: nicht beim Beruhigen, sondern beim Hinschauen.

📖 Inspiriert von Klaus Eidenschink: Verunsicherung. Ein Buch für Menschen, die etwas zu sagen haben. Vandenhoeck & Ruprecht, 2021

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